Arbeitskreis "Suchtkrankenbehandlung auf psychoanalytischer Grundlage"


Satzung

Präambel

Unter Psychoanalytikern und in psychoanalytischen Publikationen werden Suchtkrankheiten nach wie vor nur sehr selten berücksichtigt. Dabei handelt es sich bei den unterschiedlichen Formen von Abhängigkeitserkrankungen zweifellos um die in unserer Gesellschaft am weitesten verbreiteten Krankheiten psychischer Genese, die noch zumal oft den schwerwiegendsten und nicht selten tödlichen Verlauf nehmen und volkswirtschaftlich größte Kosten verursachen. Auf der anderen Seite finden Behandlungskonzepte auf psychoanalytischer Grundlage in Einrichtungen der Suchttherapie nur selten Eingang. Neuere Forschungsergebnisse wie die klinische Erfahrung belegen jedoch, daß mit der alleinigen Erlangung der Abstinenz vom Suchtmittel für den Betroffenen allenfalls ein erster Schritt zur Gesundung vollzogen wird, weil die der Sucht zugrundeliegenden Konflikte und Störungen erst in der Abstinenz von der Droge zutage treten und es oft erst in der Abstinenz zum Ausbruch seelischer Konflikte und weiterer körperlicher wie psychischer Symptome kommt ("Komorbidität"). Nur eine psychoanalytisch orientierte bzw. tiefenpsychologisch fundierte Theorie ist über das genetische Modell der Psychoanalyse, die psychoanalytische Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitstheorie in der Lage, ein umfassendes Verständnis dieses Symptomwandels und der Suchtkrankheiten insgesamt zu entwickeln und eine kausal orientierte Behandlung zu ermöglichen.

§ 1 Name und Sitz des Vereins

Der Verein führt den Namen "Arbeitskreis Suchtkrankenbehandlung auf psychoanalytischer Grundlage".
Der Sitz des Vereins ist Gießen. Die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Gießen ist vorgesehen.

§ 2 Zweck des Vereins

1) Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstige Zwecke" der Abgabenordnung 1977 in der jeweils gültigen Fassung.

2) Der Verein dient der
· wissenschaftlichen Erforschung der psychischen Ursachen von Abhängigkeitserkrankungen;
· der Förderung der Behandlung Abhängiger auf tiefenpsychologisch fundierter bzw. analytisch orientierter Grundlage;
· der Förderung der Behandlung seelisch erkrankter Kinder und anderer Angehöriger von Abhängigen
· der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und psychotherapeutischer Verfahren unter Fachkollegen, Betroffenenen und der interessierten Öffentlichkeit;
· der Förderung von einschlägigen Studien und Publikationen;
· der Weiterbildung und Qualifizierung interessierter Kollegen über die Durchführung wissenschaftlicher Fachtagungen, Seminare und Supervisionen.

3) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

§ 3 Verwendung der Mittel

Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendung aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Mitglieder des Vereins

1) Mitglieder des Vereins können natürliche Personen werden.
2) Die Aufnahme als Mitglied erfolgt durch die Mitgliederversammlung. Der Aufnahmeantrag ist schriftlich an den Vorstand zu richten.
Die Mitgliedschaft erlischt durch Todesfall, durch gegenüber dem Vorstand erklärten Austritt oder durch den Ausschluß. Der Austritt ist jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist möglich. Der Ausschluß ist nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich. Vor der Beschlußfassung ist dem vom Ausschluß bedrohten Mitglied die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Gegen den Ausschluß ist der Widerspruch des Betroffenen möglich; er muß innerhalb von sechs Wochen schriftlich an den Vorstand erfolgen. Über den Widerspruch entscheidet die nächstfolgende Mitgliederversammlung.

§ 5 Organe des Vereins

Organe des Vereins sind

1) die Mitgliederversammlung,

2) der Vorstand.

§ 6 Mitgliederversammlung

1) Die Mitgliederversammlung entscheidet über alle wesentlichen Angelegenheiten des Vereins, insbesondere über:
a) die Wahl des Vorstandes;
b) Entlastung des Vorstandes aufgrund des Rechenschaftsberichtes
c) Wahl zweier Rechnungsprüfer
d) Annahme oder Ablehnung von Aufnahmeanträgen und Ausschluß von Mitgliedern
e) Aufgaben des Vereins
f) Satzungsänderungen
g) Mitgliedsbeiträge
h) den Haushaltsplan des Vereins
i) Auflösung des Vereins

2) Der Vorstand beruft unter Mitteilung der vorläufigen Tagesordnung mindestens einmal innerhalb eines Jahres eine ordentliche Mitgliederversammlung ein. Zwischen Einberufung und Termin der Mitgliederversammlung müssen mindestens vier Wochen liegen. Die Einladung erfolgt schriftlich.

3) Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist vom Vorstand einzuberufen, wenn es das Vereinsinteresse erfordert oder wenn es von mindestens einem Drittel der Mitglieder schriftlich und unter Angabe des Grundes verlangt wird. Die Einberufung erfolgt schriftlich unter Bekanntgabe der Tagesordnung mindestens zwei Wochen vor dem Termin der Versammlung.

4) Die Mitgliederversammlung beschließt mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Ausgenommen sind Satzungsänderungen und die Auflösung des Vereins, über die mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen wird. Auf diese Tagesordnungspunkte muß bereits in der Einladung zur Mitgliederversammlung hingewiesen worden sein. Bei anstehenden Satzungsänderungen muß der Einladung sowohl der bisherige als auch der vorgesehene neue Satzungstext beigefügt worden sein.

5) Über die Mitgliederversammlung ist ein Protokoll zu führen. Der Protokollführer wird zu Beginn der Versammlung durch den Versammlungsleiter bestimmt. Das Protokoll ist vom Protokollführer und dem Versammlungsleiter zu unterzeichnen und den Mitgliedern zugänglich zu machen.

§ 7 Vorstand

1) der Vorstand im Sinne des Pragraphen 26 BGB besteht aus dem 1. Vorsitzenden und seinen beiden Stellvertretern. Jeder von ihnen ist einzeln zur Vertretung des Vereins berechtigt.
2) Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt und bleibt Vorstand bis zur Neuwahl des Vorstandes, falls er nicht sein Amt niederlegt. Die Wiederwahl von Vorstandsmitgliedern ist zulässig.
3) Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins. Er berät und entscheidet in allen Angelegenheiten des Vereins, soweit diese nicht in die Zuständigkeit der Mitgliederversammlung fallen.
4) Der Vorstand ist beschlußfähig, wenn mindestens der Vorsitzende und einer seiner Stellvertreter anwesend sind. Der Vorstand faßt seine Beschlüsse nach Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
5) In Eilfällen können, wenn kein Vorstandsmitglied widerspricht, die Beschlüsse durch schriftliche Umfrage oder durch fernmündliche Besprechung gefaßt werden.
6) Über die Beschlüsse sind Niederschriften anzufertigen, die vom Vorsitzenden zu unterzeichnen sind.

§ 8 Rechnungsprüfer

Die Mitgliederversammlung wählt zwei Rechnungsprüfer, die weder dem Vorstand noch einem vom Vorstand berufenen Gremium angehören dürfen. Diese berichten der Mitgliederversammlung über die Rechnungsprüfung des Vorstandes.

§ 9 Auflösung des Vereins

1. Die Auflösung des Vereins erfolgt durch Beschluß der Mitgliederversammlung mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder.
2. Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks fällt das Vermögen des Vereins an den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband - Landesverband Hessen e.V., der es ausschließlich und unmittelbar für steuerbegünstigte Zwecke zu verwenden hat.
3. Die vorstehende Satzung tritt mit Eintragung in das Vereinsregister in Kraft.

Gießen, den 27. November 1999